top of page
  • AutorenbildIhr Loop-Coach

Täuschung der Vernunft

Wie unsere Denkfehler unseren Alltag beeinflussen

Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst. - Karl Valentin

Wir alle denken, dass wir kluge Entscheidungen treffen und die Welt um uns herum rational interpretieren. Doch die Wahrheit ist, dass unser Denken oft von kognitiven Verzerrungen beeinflusst wird. Diese kleinen "Denkfehler" können große Auswirkungen auf unsere Entscheidungsfindung und unser Verhalten haben. In diesem Artikel werden einige dieser Denkfehler genauer beleuchtet, darunter der Halo-Effekt, der Barnum-Effekt, der Ingroup Bias und der Fundamentale Attributionsfehler.


Ein Kopf mit einer Waage

Die faszinierende Welt der kognitiven Verzerrungen.

Bevor wir in die Details eintauchen, sollten wir klären, was kognitive Verzerrungen sind. Es handelt sich um kleine Abweichungen im Denken, welche dazu führen, dass wir Informationen auf eine Art und Weise interpretieren, die von der Realität abweicht. Diese Verzerrungen sind so weit verbreitet, dass sie in zahlreichen psychologischen Experimenten und sozialen Beobachtungen immer wieder auftauchen.

Ein bekanntes Beispiel für eine kognitive Verzerrung ist der Halo-Effekt. Dieser Effekt tritt auf, wenn aufgrund einer positiven Eigenschaft einer Person oder Sache automatisch davon ausgegangen wird, dass alle anderen Aspekte ebenfalls positiv sind. Zum Beispiel neigt man dazu zu denken, dass eine Person, die gut aussieht, auch klug und freundlich sein muss. Dadurch entsteht eine Art "Heiligenschein" um die Person.

Der Halo-Effekt kann unser Urteilsvermögen erheblich beeinflussen, indem er die inneren Qualitäten blendet. Angenommen, man trifft jemanden, der wie ein Model aussieht. Hier könnte man irrtümlich davon ausgehen, dass diese Person auch in Bereichen wie Intelligenz oder Charakter überdurchschnittlich ist. Bei Frauen ist es meist sogar genau umgekehrt (!). Dies kann zu Fehleinschätzungen führen und uns dazu führen, falsche Schlüsse zu ziehen.

Der Barnum-Effekt: Wenn die Horoskope und Charakteranalysen zutreffen

Der Barnum-Effekt ist ein faszinierendes Phänomen, welches unsere Tendenz beschreibt, allgemeine und vage Aussagen als persönlich zutreffend anzuerkennen. Wenn beispielsweise ein Horoskop gelesen wird und der Leser denkt, dass es auf ihn zutrifft, ist er dem Barnum-Effekt zum Opfer gefallen.

Ein klassisches Beispiel, dass Sie sicher alle kennen: Das Horoskop sagt, dass man oft nachdenklich ist und sich Gedanken über die Zukunft macht. Der Leser fühlt sich ertappt und denkt, dass es wirklich auf ihn zutrifft. Aber ehrlich gesagt, wer tut das nicht?

Der Ingroup-Bias: Die "Wir gegen die Anderen"-Falle

Der Ingroup-Bias beschreibt unsere Tendenz, Menschen unserer eigenen Gruppe positiver zu bewerten als Menschen, die nicht dieser Gruppe angehören. Ein Praxisbeispiel ist ein begeisterter Fußballfan, der glaubt, dass sein Team das Beste ist.

Diese Neigung kann zu Vorurteilen und Diskriminierung führen. Möglicherweise neigen Sie dazu, andere Teams herabzusetzen, selbst wenn diese tatsächlich hervorragend spielen. Dieses Verhalten wird als Ingroup Bias bezeichnet.

Der Fundamentale Attributionsfehler: Wenn wir anderen die Schuld geben

Der fundamentale Attributionsfehler beschreibt die Tendenz von Beobachtern, das Verhalten von Menschen überwiegend auf deren Persönlichkeit und Charaktereigenschaften zurückzuführen, während situative Faktoren unterschätzt werden. Dieser Denkfehler, auch als "Korrespondenzneigung" bekannt, führt dazu, dass beispielsweise aggressives Verhalten eher der Aggressivität der Person zugeschrieben wird.

Oder zum Beispiel, wenn ein Kollege unpünktlich zur Arbeit erscheint, denken wir möglicherweise, dass er faul oder unzuverlässig ist, obwohl er tatsächlich mit persönlichen Schwierigkeiten konfrontiert sein könnte, die sich auf seine Pünktlichkeit auswirken.

Gilbert und Malone vertreten die Ansicht, dass die Korrespondenzneigung durch den Attributionsprozess beeinflusst wird. Beobachter entwickeln Erwartungen bezüglich des Verhaltens, interpretieren die Situation, sehen das Verhalten und ziehen daraufhin eine dispositionalen Erklärung heran. Auch wenn die situativen Einflüsse später berücksichtigt werden, bleibt dennoch eine Tendenz zur Überbewertung der Persönlichkeit bestehen.


3 Männer und 1 Frau

Die Kunst der Selbstreflexion

Nun, da wir einige dieser Denkfehler beleuchtet haben, wie können wir sie in unserem eigenen Denken erkennen? Die Selbstreflexion ist der Schlüssel. Wenn Sie sich Ihrer Gedanken bewusst sind und die Möglichkeit erkennen, dass kognitive Verzerrungen Ihr Urteilsvermögen trüben können, sind Sie bereits auf dem richtigen Weg.

Eine Möglichkeit, diese Denkfehler zu überwinden, besteht darin, kritisch zu hinterfragen, warum Sie zu bestimmten Schlussfolgerungen kommen. Überlegen Sie, ob Sie tatsächlich objektive Beweise für Ihre Meinungen und Urteile haben oder ob Sie möglicherweise Denkfehlern erlegen sind.

Mit einem Augenzwinkern durch die Welt der Denkfehler

Kognitive Verzerrungen sind wie die kleinen Kobolde in unserem Denken, die uns dazu bringen, die Realität auf seltsame Weisen zu interpretieren. Der Halo-Effekt, der Barnum-Effekt, der Ingroup Bias und der Fundamentale Attributionsfehler sind nur einige Beispiele für diese Denkfehler.

Die gute Nachricht ist, dass wir diese Verzerrungen erkennen können, indem wir unsere Gedanken kritisch hinterfragen und uns selbst aufmerksam beobachten. Indem wir die Macht dieser Denkfehler verstehen, können wir klügere Entscheidungen treffen und Vorurteile abbauen.

Und beim nächsten Horoskop lesen daran denken, dass der Barnum-Effekt im Spiel sein könnte. Aber hey, ab und zu ein wenig Spaß zu haben schadet nicht, oder?



#immerimloop ... Coachloop!


19 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Comments


bottom of page